Der Instagram Shadowban, Teil 3

Gleich mal vorweg: mein Account ist wieder sichtbar und der Shadowban ist mir wohl wieder genommen worden. Allerdings konnte ich nun auch im wieder entsperrten Modus Interessantes feststellen!

Wer nicht weiß, worum es geht, der kann entweder bei Teil 1 oder Teil 2 einsteigen.


Freiheit sieht anders aus!

Im ersten Moment habe ich mich natürlich gefreut, als die ersten Likes von mir bislang fremden Personen eintrudelten. Es war schon frustrierend zu wissen, dass sonst immer nur die eigenen Follower sehen konnten, was man so trieb, während der Rest der Welt nicht mal wusste, dass ich auf Instagram existierte.

Nun ging es also wieder und ich nutzte die Gunst der Stunde und nahm den Betrieb wieder auf. Alles schien gut zu laufen – doch dann war das aktuellste Foto plötzlich wieder weg!


Was war passiert?

Sogleich prüfte ich die Unterschiede, die ich bei den Fotos gemacht hatte und ein paar Tests später wusste ich, woran es lag: am Lightroom-Plugin LR/Instagram, welches es mir ermöglichte, direkt aus Lightroom heraus auf Instagram Fotos zu posten.

Im Shadowban hatte ich es auch überprüft, ob es an dem Plugin lag. Doch da war es egal, ob ich direkt vom Smartphone, Tablet oder MacBook postete und welches Programm ich dafür verwendete. Die Fotos waren unabhängig vom Veröffentlichungsmedium für Außenstehende nicht sichtbar. Die neueste Situation sah jedoch anders aus.

Während nach der Aufhebung des Shadowbans Fotos, die direkt über das Smartphone (in meinem Fall ein iPhone 6) per Instagram App gepostet werden, sichtbar sind, erscheinen Veröffentlichungen mit dem Lightroom Plugin weiterhin nicht öffentlich.

Um dies nachzuweisen, habe ich ein Foto doppelt gepostet. Erst mit dem Lightroom Plugin und dann mit der Instagram App direkt vom Handy.
Beide Male habe  ich den gleichen Text und die gleichen Hashtags verwendet (per Copy/Paste) und dann wieder zwei Screenshots angefertigt.


Erster Screenshot mit dem Account Wintersonnenblende:

Bildschirmfoto 2017-04-16 um 20.00.38
Hier die Suche nach dem Hashtag #Hildesheim mit meinem eigenen Account. Es tauchen beide Postings hintereinander auf.

Zweiter Screenshot mit dem Fremdaccount, der mir nicht folgt:

Bildschirmfoto 2017-04-16 um 20.00.52
Hier die Suche nach #Hildesheim mit einem Fremdaccount, der mir nicht folgt. Dort taucht nur das Foto auf, welches mit dem Smartphone gepostet wurde.

 


Wie man deutlich sieht, wird den Instagrammern, die mir nicht folgen, das Foto nicht angezeigt, welches ich mit dem Lightroom-Plugin postete.
Übrigens hab ich keine Ahnung, wer der Typ mit Mütze daneben ist, der euch da so zuzwinkert. Er heisst aber dawidouz, kommt trotz Nutzung des #Hildesheim-Hashtags wohl aus Hannover und ich verlinke ihn fairerweise mal. 😉


Mittlerweile ist das Lightroom-Posting wieder gelöscht, weil so ein Doppelpost nicht gerade hübsch in der Timeline ist. Doch das Ergebnis ist klar:
Instagram möchte nicht, dass man mit Fremdanbietern Fotos hochlädt!

Dies dürfte den Machern von solchen Plugins, wie z.B. LR/Instagram nicht gerade gefallen – zumal die User dafür bezahlt haben (ich übrigens auch) und neue Nutzer sicherlich nicht davon angetan sind, Geld für etwas auszugeben, was keinen Erfolg mehr verspricht.

Im Übrigen ist dieses Plugin für mich kein Mittel zum Massenspam gewesen, sondern lediglich eine Vereinfachung, da ich ungerne mit dem Smartphone tippe und eine Computertastatur für die Beschreibungen und Hashtags einfach praktischer ist.

Das von manchen User gern genutzte Later scheint übrigens nicht betroffen zu sein, obwohl ich eigentlich genau hier das Problem mit den Spam-Postings sehe. Immerhin werben sie ja genau damit, dass „Top Brands“ diese Möglichkeit der Verbreitung ihrer Werbebotschaften nutzen.

Hilfreich wäre wohl auch eine automatische Erkennung von Kommentaren. Wenn ein Nutzer beispielsweise bei 50 Fotos hintereinander weg immer nur einen Smiley, „Nice!“ oder „Awesome!“ postet, sollte klar sein, dass es sich um willkürlich abgesendete Botschaften handelt, bei denen ihm der Inhalt des Fotos völlig unwichtig ist und nur darauf abgezielt wird, dass man mal nachschaut, wer derjenige ist und gegebenenfalls zurück liked oder folgt.

Spätestens, wenn ich meine mit dem iPhone geknipsten Sonntagsbrötchen poste und manche User förmlich ausflippen vor Freude, zweifle ich an der Authentizität ihrer Aussage und ob sie sich wirklich mit meinen Foto beschäftigt haben.
Wohl eher nicht.

Bildschirmfoto 2017-04-17 um 16.40.22
Brötchen – die heimlichen Superstars im Instagram-Universum

Da bin ich mal gespannt, wie und ob dieses Problem irgendwann angegangen wird.


Ich kann Instagram schon ein wenig verstehen.

Man möchte vermeiden, dass Spamschleudern unendlich Fotos in den Äther verschicken, die vielleicht nur auf Werbung abzielen, doch handelt es sich bei z.B. Lightroom Plugins um praktische Zusatzfunktionen, die das Leben und den Workflow von Fotografen einfacher machen. Auch im Bezug auf Barrierefreiheit sicherlich gute Hilfsmittel, um bei körperlichen Einschränkungen dennoch auf Instagram aktiv zu sein.


Alternativen?

Mir sind keine bekannt. Damit ich weiterhin ein Stück dieser lieb gewonnenen Bequemlichkeit genieße, nutze ich nun die Notiz App auf dem Mac, welche sekundenschnell mit dem iPhone synchronisiert.
Dadurch kann ich meine Texte wieder im Vorfeld auf einer richtigen Tastatur schreiben und später vom Handy aus per copy/paste schnell drauf zugreifen, wenn ich zwischendurch mal ein Foto posten möchte. Ratzfatz ist der Inhalt bei Instagram eingefügt.


Das Fazit daraus:

Instagram ist weiterhin eine Plattform für mich, die mir Freude bereitet. Dadurch, dass der Bann nun von mir genommen wurde, kann ich mich somit weiterhin dort bewegen und werde auch gesehen. Das ist erfreulich.

Jedoch handele ich nicht mehr so sorgenfrei, wie vor dem Shadowban.
Bei jedem Posting frage ich mich, ob die von mir verwendeten Hashtags (die nun wirklich nicht dramatisch sind) für Instagram als bedenkenlos eingestuft wurden (zur Erinnerung: Don’t even try using these banned Instagram Hashtags. Da sind auch sehr übliche dazwischen!).

Zudem ist es so, dass wenn ich neue Follower gewinne und mein Portfolio dort ausbaue, ich in Zukunft um so mehr enttäuscht sein werde, falls mich der Bann erneut ereilen sollte. Die darin investierte Lebenszeit soll nicht umsonst gewesen sein.

Man fühlt sich nicht mehr sonderlich sicher mit diesen Hintergedanken – zumindest geht es mir so. Daher bin ich auch auf anderen Plattformen unterwegs, damit ich mich nicht zu sehr von einem Anbieter, welcher leider auch noch Facebook angehört, abhängig mache.

Meine typischen Foto-Veröffentlichungsdienste sind neben Instagram noch 500px, sowie ganz rudimentär auch Pinterest, Flickr, Tumblr und Twitter. Diese werden, bis auf Twitter (da bin ich tatsächlich auch oft unterwegs und lese durch meine Timeline), jedoch nur durch einen Automatismus bedient.
Seinerzeit aus Bequemlichkeitsgründen so eingerichtet, verrichten sie treu ihren Dienst. Allerdings bin ich mit dieser Situation nicht mehr so glücklich, da ich diese Accounts nicht wirklich betreue. Es steckt keine Seele dahinter. Ich verfolge dort keine anderen User, kommentiere und like nicht (bis auf Twitter eben). Man soll dort lediglich die Möglichkeit haben, mir auch dort zu folgen.

Ganz neu im Boot ist bei mir nun auch EyeEm – ein Dienst, welcher mich von der Bedienung stark an 500px erinnert und auch Lizenzen zu den eigenen Fotos verkaufen lässt. Dort werde ich mich wohl zukünftig ein bisschen umschauen.

Instagram wird mich dennoch nicht los. Ich hab hier zu viele Personen lieb gewonnen und mag mich da ungern trennen. Es bleibt somit offen, wo die Reise hin geht.

Was mich betrifft, ist dieser Blogbeitrag wohl der Abschluss meiner Shadowban Trilogie. Mögen andere nach mir berichten, wie es weiter geht.

Man sieht sich! 🙂

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7 Kommentare zu „Der Instagram Shadowban, Teil 3

  1. Weisst du denn was den shadowban auf Insta bei dir behoben hat? Ich bin mit meinem mini Account tinythings2.0 ebenfalls betroffen und mehr als ratlos was ich noch tun soll…

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    1. Hallo Sabrina,
      tatsächlich weiss ich nicht, was letztendlich dazu geführt hat, dass ich wieder entsperrt wurde.

      Letztendlich war ich so gefrustet, dass ich ca. 2 Tage lang überhaupt nichts gemacht habe. Allerdings hatte ich mich in dieser Zeit auch nicht ausgeloggt.

      Zudem habe ich auf Englisch dem Support geschrieben, dass ich ein Problem mit meinem Account hätte. So nach dem Motto:
      ——————————-
      Liebe Leute von Instagram, ich schreibe euch, weil ich ein Problem mit meinem Account habe. Es können nur noch Leute meine Beiträge sehen, wenn sie mir folgen. Anderen werden sie nicht mehr angezeigt. Ich kann mir dies nicht erklären, da ich mir nicht bewusst bin, irgend etwas Unrechtes getan zu haben.
      Ich habe weder Follower gekauft, noch Spam verbreitet oder illegale Programme verwendet. Alle meine Likes und Kommentare sind von Hand gemacht.
      Ich nutze Instagram sehr gerne und fände es sehr deprimierend, wenn niemand die Fotos sehen könnte, die ich so mache.
      Bitte helft mir. Ich würde dies sehr begrüßen. Vielen Dank!
      ——————————-

      Anschließend hab ich wieder ganz normal gestartet, ab und zu Fotos gepostet, lediglich 10-15 Hashtags genutzt und dabei auf diese typischen Kandidaten wie z.B. Instalike, Instagood und so weiter verzichtet.

      Plötzlich ging es wieder ab und es kamen Kommentare und neue Follower. Ich hab meinen Account getestet und festgestellt, dass es wieder ging. Die Freude war groß – aber Ahnung, was letztendlich dazu geführt hat, hab ich nicht.

      Hoffe, dass dies dir weiter helfen kann! 🙂

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      1. Stimmt. Hatte ich bei nachbelichtet bereits gelesen – allerdings glaube ich es nicht wirklich.

        Zudem kann ich mir nicht vorstellen, dass die Leute von Instagram es tatsächlich zugeben würden. Ergibt tendenziell keinen Sinn, wenn sie es zuvor stets verheimlicht haben.

        Das war ja gerade das Interessante am Shadowban. Die Leute, die betroffen sind, merken es nicht wirklich.
        Da es eigentlich Leute treffen soll, die herum spammen, wäre es sogar gut. Dennoch hat es die falschen getroffen und somit oftmals sein Ziel verfehlt.

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